Europäische Kulturhauptstadt - Lindau und Bregenz beschließen gemeinsame Interessensbekundung
Auch eine gemeinsame Machbarkeitsstudie über den Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee soll beauftragt werden
Der Lindauer Stadtrat und die Bregenzer Stadtvertretung haben in ihrer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag, 5. Februar, in der Inselhalle Lindau beschlossen, zusammen eine Interessensbekundung für eine Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt ab Mitte der 2030er-Jahre einzureichen. Zusätzlich wurde eine gemeinsame Machbarkeitsstudie über den Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee beauftragt.
Mit dem Beschluss zur gemeinsamen Interessensbekundung als Europäische Kulturhauptstadt knüpfen beide Städte an die Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturpreis 2021 an. Die Interessensbekundung bezieht sich auf mögliche Bewerbungsjahre ab 2035 und stellt eine strategische Option für die Zukunft dar. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dieser Ansatz weiter konkretisiert und vertiefend geprüft werden.
„Mit dem heutigen Beschluss öffnen wir eine Tür für die Zukunft. Lindau und Bregenz bringen damit gemeinsam zum Ausdruck, dass wir weiterhin an die wertvolle Zusammenarbeit unserer Städte weit über unsere eigenen Amtsperioden hinaus glauben. Es ist eine Vision, die mehrere Legislaturperioden umspannen wird. Dieser Schritt zeigt, dass wir an den europäischen Gedanken glauben und davon überzeugt sind, dass Lindau und Bregenz auch langfristig als Kulturstädte fortbestehen“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. Sobald sich der Weg zur Bewerbung konkretisiert, sollen auch die Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden. „Einer Gemeinschaft über Grenzen hinweg tut es gut, ein gemeinsames Ziel zu haben. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möchten wir ein identitätsstiftendes, verbindendes Erlebnis gestalten, das unsere Städte unter diesem Ziel vereint."
„Der gefasste positive Beschluss zur gemeinsamen Interessensbekundung als Europäische Kulturhauptstadt sowie zur Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für eine Hochschule im Raum Bregenz–Lindau unterstreicht die Stärke der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Städten. Die enge und konstruktive Kooperation mit der Stadt Lindau hat einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in dieser Partnerschaft steckt. Der fachliche Austausch war dabei besonders wertvoll. Gemeinsam können wir zukunftsorientierte Impulse setzen und nachhaltige Mehrwerte für Bregenz, Lindau und die gesamte Bodenseeregion schaffen“, freut sich Bürgermeister Michael Ritsch nach der Sitzung.
Beide Städte arbeiten schon viele Jahre intensiv zusammen. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu stärken, Identität zu stiften und Kultur als wichtigen Teil von Bildung für alle Generationen weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Regionsgedanke über Länder- und Verwaltungsgrenzen hinweg sowie verlässliche Partnerschaften. So schärfen Lindau und Bregenz ihr Profil und stärken die Strahlkraft beider Stadtmarken. Perspektivisch ist auch denkbar, weitere Städte in der Region einzubeziehen, um den Kulturraum Vorarlberg, Allgäu, Oberschwaben und die Bodenseeregion noch enger zu vernetzen. Das Förderprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt setzt bewusst auch auf kleinere Städte und Regionen.
Machbarkeitsstudie für gemeinsamen Wissensstandort
Der Stadtrat und die Stadtvertretung stimmten in ihrer Sitzung auch für die Beauftragung einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie über den Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee. So sollen Lindau und Bregenz als Wissens- und Innovationsstandort weiterentwickelt werden. Ziel ist dabei nicht die Gründung einer eigenen Hochschule oder Universität, sondern die Entwicklung eines thematisch passenden, innovativen und praxisorientierten Angebots, das regionale Zukunftsfelder adressiert, auf Kompetenzen bestehender Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee aufbaut und bestehende Studienangebote sinnvoll ergänzt.
Über LIBRE
„LIBRE“ ist eine grenzübergreifende Städtekooperation zwischen Lindau und Bregenz, die seit 2024 auch in politischen Arbeitsgruppen zusammen arbeiten. Im Mittelpunkt stehen die vier grenzüberschreitenden Themenfelder Mobilität und Bau, Klimaschutz und Stadtentwicklung, Kultur sowie Stadtmarketing und Wirtschaft.
