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20.02.2015

Pressemitteilung: Neuplanung einer großen Tiefgarage gefährdet den gesamten Inselhallenausbau

Nach mehr als zwei Jahren intensiver Planungen ist der seit vielen Jahren ersehnte Inselhallenausbau zum Greifen nah. Die Entwurfsplanung für das Gesamtprojekt auf der Grundlage des Siegerentwurfs des Architektenwettbewerbs ist mittlerweile abgeschlossen, so dass dem Bau nichts mehr im Wege steht. Jede größere zeitliche Verzögerung gefährdet das Gesamtprojekt. Eine mehrmonatige Unsicherheit könnte das Projekt zum Scheitern bringen.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg. Mit der neu aufgekommenen Forderung, auf das geplante Parkhaus zu verzichten und stattdessen neben der Inselhalle eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen zu bauen, wäre unser Gesamtprojekt gefährdet“, so OB Dr. Gerhard Ecker.

Die Stadt weist hierzu auf Folgendes hin:

Das Konzept zur Sanierung und Erweiterung der Inselhalle haben die Architekten Auer & Weber als Sieger eines von der Stadt ausgelobten Wettbewerbs aus dem Siegerentwurf zu einem detaillierten Bauentwurf weiterentwickelt. Dieses Konzept umfasst neben der Inselhalle mit Foyer und neuem Haupteingang im Osten den künftigen Stadtplatz sowie ein baulich auf die Inselhalle abgestimmtes Parkhaus. Aufgrund der verbesserten und erweiterten Nutzungsmöglichkeiten der Inselhalle sind knapp 300 Kfz-Stellplätze hallennah zu errichten. Diese Stellplätze können in den Zeiten, in denen sie nicht für die Inselhallennutzer benötigt werden, auch durch Altstadtbewohner, Unternehmer und Kunden der Altstadt belegt werden. Darüber hinaus ist der Stadtrat mehrheitlich der Auffassung, dass hier weitere rund 100 Stellplätze für die Altstadt geschaffen werden sollen, also insgesamt rund 400 Kfz-Stellplätze.

Die von einigen verfolgte Absicht, lediglich die rund 300 rechtlich zwingend notwendigen Stellplätze zu schaffen, hätte also keine weitere Entlastung der schwierigen Stellplatzsituation auf der Insel zur Folge.

Der Alternativvorschlag, von diesen nur noch 300 Stellplätzen ca. 200 Stellplätze unterirdisch als Tiefgarage zu bauen, ist mit vertretbarem Aufwand nicht zu verwirklichen. Bereits jetzt sind rund 70 Stellplätze im Untergeschoss des Parkhauses als Tiefgarage vorgesehen, unter dem geplanten Stadtplatz könnten allenfalls weitere 80 Stellplätze unterirdisch errichtet werden. Mithin ist lediglich Platz für 150 unterirdische Stellplätze und die weiteren 150 Stellplätze wären auch nach diesen Vorstellungen oberirdisch anzulegen.

Die somit 150 (und nicht nur 100) oberirdischen Stellplätze würden eine Verwirklichung des Gesamtkonzepts, aus nach Osten erweiterter Inselhalle und Stadtplatz, inklusive Einhausung der abgestellten Kraftfahrzeuge mit weiteren Funktionsräumen, unmöglich machen.

Notwendig wäre es dann, diese 150 Stellplätze in einem oberirdischen zweigeschossigen Parkhaus unterzubringen. Eine ebenfalls diskutierte zusätzliche zweite Tiefgaragen– bzw. Untergeschossebene mit rd. 150 Stellplätzen würde Mehrkosten in Millionenhöhe verursachen; hinzu kämen erhebliche technische Probleme mit Wasserhaltung, Spundung und ggf. weiteren Baumfällungen.

Hinzu kommt, dass diese Überlegungen keinerlei Lösungsvorschlag für die ins Parkhaus integrierte Feuerwehr, die Sanitäranlagen, die Bootsliegeplätze, das öffentliche WC und die Fahrradstellplätze enthalten. Auch das Landesamt für Denkmalpflege hat sich bei seinem Vorschlag eines lediglich eingeschossigen Parkhauses zum Fehlen dieser Funktionalitäten und zur Notwendigkeit weiterer Kfz-Stellplätze für die Altstadt keine Gedanken gemacht.

Zusammenfassend bleibt daher festzuhalten, dass in der inzwischen abgeschlossenen Entwurfsplanung, basierend auf dem Siegerentwurf  des Architektenwettbewerbs, zwei Jahre umfangreiche Detailarbeit und Planungskosten in Millionenhöhe stecken. Größere Umplanungen hätten eine mehrmonatige zeitliche Verzögerung zur Folge, die das Gesamtprojekt zum Scheitern brächten. Auch werden schon seit Monaten die komplexen Alternativlösungen für die Inselhallennutzer während der Umbauzeit sowie die Belegungen nach Fertigstellung der Baumaßnahme auf die Bauzeit Juli 2015 bis Juni 2017 abgestellt.

Es kann daher nur dringend davor gewarnt werden, den unter Abwägung vieler Gesichtspunkte gefundenen Parkhauskompromiss umzuwerfen, da damit voraussichtlich das gesamte Inselhallenprojekt scheitern würde.