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10.03.2017

Stadt wird für St. Verena in die Bresche springen

„Wir werden uns bereits am kommenden Montag mit dem Elternbeirat zusammensetzen und nach einer Lösung suchen“, sagt Lindaus Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker zur überraschenden Kündigung der Trägerschaft des Kindergartens St. Verena durch die Kirchengemeinde. „Wir sind vom Vorgehen der Kirchengemeinde irritiert, aber wir richten den Blick nach vorn“, fügt er an.

„Für uns steht jetzt eine Lösung für die Kinder und Eltern im Mittelpunkt. Deshalb nehmen wir den Ball, den wir eigentlich nicht haben wollen, auf. Wir versprechen, dass alle betroffenen Kinder im kommenden Jahr einen Kindergartenplatz haben werden“, sagt Thomas Nuber, Leiter des Hauptamtes der Stadt. „Zwar wird dies in der Kürze der Zeit nicht einfach, aber wir werden es schaffen.“ OB Dr. Ecker ist verwundert über Art und Zeitpunkt der Entscheidung der Kirchengemeinde. „Den von Ihnen gewählten Kommunikations- und Informationsweg halten wir für äußerst befremdlich. Zunächst treffen Sie ohne mit mir rechtzeitig darüber zu sprechen eine Entscheidung, informieren dann die Lindauer Zeitung über eine Presseerklärung, dann bereits persönlich die Eltern und erst danach uns auf schriftlichem Weg“, so Dr. Ecker in einem Brief an den zuständigen Pfarrer Jörg Hellmuth. Die kommunizierte Begründung, „eine dringend erforderliche Sanierungslösung sei trotz langjähriger Verhandlungen mit der Stadt gescheitert“, spiegele nicht im entferntesten die Entwicklung der mit der zuständigen Abteilung geführten Gespräche wieder.

 „Sowohl den städtischen wie den kirchlichen Vertretern darf wohl unterstellt werden, an einer konstruktiven Lösung interessiert gewesen zu sein. Allerdings wechselten die Zielrichtungen im Laufe der Jahre mehrfach. Während von Ihnen im Jahr 2008 zunächst lediglich beabsichtigt war, fünf weitere Krippenplätze zu schaffen (der entsprechende Zuwendungsantrag musste nach Jahren wieder zurückgenommen werden), kam danach Ihr Wunsch nach einer Generalsanierung des bestehenden Gebäudes. Weil sich diese aus Ihrer Sicht jedoch nicht rechnete, sollte dann ein An- oder Neubau am Standort mit zusätzlichen Krippengruppen erfolgen“, beginnt Dr. Ecker die Aufzählung der diversen Richtungswechsel durch den Träger.

Seit 2011 habe Pfarrer Hellmuth einen Neubau im Oberen Rothenmoos bevorzugt. Allen Beteiligten war klar, dass dies nur eine mittelfristig zu realisierende Lösung sein konnte. Dass sich der Abschluss des Bebauungsplanverfahrens zusätzlich noch erheblich verzögerte, war damals nicht absehbar. „Im Juni 2016 bekundeten Sie nochmals Ihr Interesse an einer Trägerübernahme einer dort zu bauenden Einrichtung.

Die Finanzierungsmodelle wurden dabei nur andiskutiert. Vereinbart wurde, die Stadt solle ein Gespräch mit der GWG vermitteln, um Klarheit über Terminplanung und Vertragspartner der GWG zu erhalten. An diesem Gespräch besteht jedoch nach telefonischer Rückfrage bei der Verwaltungsstelle des Dekanats nun kein Interesse mehr. Es ist für uns unverständlich, auf welche Art Sie aus den vertiefenden Gesprächen ausgestiegen sind“, so der Oberbürgermeister weiter.

Beate Zanker, zuständige Abteilungsleiterin bei der Stadt Lindau bestätigt dies: „Wir haben im Februar Terminvorschläge nach Rücksprache mit der GWG an Kirche gesendet. Allein vier Termine hatten wir für die laufende Woche vorgesehen. Erst nach telefonischer Rückfrage wurden diese vom Dekanat allesamt abgesagt. Danach haben wir erst seitens der Presse erfahren, dass die Kirchengemeinde als Träger aussteigt.“

Thomas Nuber erläutert das grundsätzliche Vorgehen der Stadt in der Zusammenarbeit mit Kindergartenträgern: „Grundlage für konkrete Vereinbarungen über weitere Verfahrensschritte ist grundsätzlich die Entscheidung des Träger der Einrichtung, welche Maßnahme er anstrebt. Doch die evangelische Kirchengemeinde hat immer wieder die Richtung gewechselt, so dass vertiefende Gespräche gar nicht möglich waren. Wir haben immer die Zusage eingebracht, zusammen mit dem Träger eine Lösung umzusetzen. Wir stellten stets entsprechende Investitionskostenzuschüsse im Falle einer Sanierung oder eines Neubaus in Aussicht.“ Für ihn ist das Vorgehen der Kirchengemeinde „schlichtweg nicht nachvollziehbar“.

Unversöhnlich zeigt sich OB Dr. Ecker trotzdem nicht: „Falls Sie eine Basis für vertiefende Gespräche sehen, sind wir dazu nach wie vor bereit und bitten um eine entsprechende Reaktion“, beendet er seinen Brief.

 

 

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