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29.04.2025

Ukraine-Hilfe aus dem Klärwerk - Stadt Lindau spendet aussortierte Aggregate

Ob 3000 Euro für einen neuen Rettungswagen oder ein komplettes Löschfahrzeug: Immer wieder engagiert sich die Stadt Lindau und sendet Hilfsgüter in die Ukraine. Mitte April hat sich ein weiterer LKW auf den Weg in das vom Krieg gezeichnete Land gemacht – diesmal mit Spenden aus dem Lindauer Klärwerk. 

Sechs Rührwerke und ein Gebläse hat die Stadt Lindau der ukrainischen Stadt Marhanets gespendet. Denn durch den Krieg wurde die Infrastruktur der Stadt stark beschädigt.

Die Anlagen stammen aus dem Belebungsbecken 1 des städteeigenen Klärwerks. In einem Belebungsbecken werden die Abwasserinhaltsstoffe abgebaut und damit das Abwasser gereinigt. Möglich wird das durch einen Cocktail an Mikroorganismen – dem Belebtschlamm. Dieser nimmt die Schmutzstoffe im Wasser auf und wird anschließend in einem weiteren Verfahrensschritt vom gereinigten Wasser wieder getrennt.

„Die technische Ausrüstung in diesem Becken wurde im Zuge des Umbaus komplett erneuert“, sagt Dr. Heike Burghard, Abteilungsleiterin der GT-Abwasser der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL). Dafür erhielt die GTL einen Zuschuss von 70 Prozent vom Bayerischen Umweltministerium.

Vor dem Umbau seien zwei Belebungsbecken nötig gewesen. Bis Ende 2025 wird das Klärwerk auf das sogenannte Membranbelebungsverfahren umgestellt, in dem mit einer höheren Konzentration von Biomasse im Belebungsbecken gearbeitet wird, sagt die Abteilungsleiterin der GT-Abwasser.

Bei solchen Verfahren wird ein Membranfilter eingesetzt. „Die Poren des Filters sind so fein, dass alle Feststoffe bis hin zu Bakterien und Viren zurückgehalten werden“, erklärt Burghard, und ergänzt: „Damit verbessern wir die Ablaufqualität enorm und garantieren Badegewässerqualität im Ablauf des Klärwerks“.

Da das zweite Belebungsbecken durch diesen Umbau wegfallen und das neue nun um einiges effizienter sein soll, werden auch größere Gebläse benötigt, sagt Burghard. Damit wird der höhere Sauerstoffbedarf im Becken gedeckt.

Weil die ausgemusterten Geräte aber einwandfrei funktionieren, sind diese nun einem guten Zweck zugeführt worden. Verpackt und im Anhänger eines LKWs verstaut, wurden diese Mitte April in die Ukraine transportiert. Dort sollen das Gebläse und die Rührwerke dafür sorgen, dass die Abwasserreinigung wenigstens notdürftig weiter betrieben werden kann. Auch die Gewässer und Trinkwasserressourcen der Menschen sollen dadurch geschützt werden.

Die Abwasserwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Gerade in einem Kriegsgebiet ist das entscheidend, um Seuchen vermeiden zu können. 

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Bettina Wind
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