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17.07.2019

Stellungnahme der Stadt Lindau zum von Hoteliers und Einzelhändlern geplanten Kinderfest-Boykott

Eine Gruppe von Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändlern wollen den Vormittag unseres traditonellen Kinderfestes missbrauchen, um ihre Vorstellungen zur zukünftigen Parkraumgestaltung durchzudrücken.

Sie wollen damit anscheinend günstigere Parkkonditionen für sich und ihre unter anderem am Lindauer Hafen und in der boomenden Maximilianstraße liegenden Unternehmen durchsetzen.

Wie mehrere Gastronomen und Einzelhändler gegenüber Vertretern der Stadt und des Stadtrats angaben, wollen sie am Kinderfestvormittag ihre Gaststätten und Geschäfte geschlossen halten.

Die Stadtverwaltung Lindau hat dazu folgende Position:

  1. Zunächst sind alle extrem irritiert, dass ausgerechnet das Kinderfest, von dem auch die Gastronomen nebenbei bemerkt extrem profitieren, zu politischen Zwecken instrumentalisiert werden soll.
  2. Das Kinderfest ist seit dem Ende des 30-jährigen Krieges ein Fest für die Kinder Lindaus, dem sie stets entgegenfiebern, und dem Erwachsene bis ins hohe Alter freudig und manchmal melancholisch nachsinnen. Es ist mit der Botschaft verbunden, dass es das Heimatfest für alle Lindauer ist. Tagespolitische Auseinandersetzungen haben hier traditionell keinen Platz.
  3. Zudem signalisieren geschlossene Gaststätten und Geschäfte den Festbesuchern, dass sie in der Stadt nicht willkommen sind. Damit ist dieses Verhalten ein klarer Gegensatz zu dem, wofür Lindau sonst steht: herausragende Gastfreundschaft.
  4. Die Entscheidung über das Parkraumkonzept liegt letztendlich beim Stadtrat. Dieser hat seine Meinungsbildung nicht abgeschlossen. Er berät darüber und beschließt darüber in einer demokratischen Entscheidung.
  5. Die Parkraumprobleme im Jahr 2020, die durch den Wegfall der Parkplätze auf der Hinteren Insel und dem gleichzeitigen Bau eines Parkhauses am Karl-Bever-Platz entstehen, sind von der Verwaltung erkannt und deshalb ist ein Parkraumkonzept bereits seit langem in Bearbeitung.
  6. Klar ist: Lindau ist eine Insel und der Parkraum darauf deshalb nicht vermehrbar. Beim derzeit vorliegenden Konzept sollen Inselbewohner und Kurzzeitparker den Vorzug erhalten.  Jeder Parkplatz, der über mehrere Tage anderweitig belegt ist, fehlt Anwohnern, Kunden und Patienten.
  7. Die Verwaltung sieht sich auch in der Parkplatzfrage dem Wohl der gesamten Stadt und nicht dem einzelner Interessengruppen verantwortlich.
  8. Mit dem Parkhaus am Karl-Bever-Platz wird ein mehr als ausreichender Ersatz für die wegfallenden Parkplätze auf der Hinteren Insel, deren weitere bauliche Entwicklung für Lindaus Zukunftsfähigkeit unabdingbar ist, geschaffen.
  9. Die Verwaltung warnt davor, den jetzt gefunden Kompromiss zu zerreden und auf dem Altar von Partikularinteressen zu opfern. Dies könnte zu einem Scheitern des gesamten Projektes führen.

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