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Klimaschutzkonzept 2020

Die Stadt Lindau hat sich an einer Initiative des Landkreises beteiligt und ist eine von 12 Kommunen im Landkreis, die ein Klimaschutzkonzept erarbeitet hat.

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes Lindau 2020 wurde im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert und die Arbeit am Konzept wurde von eza! (Energie- und Umweltzentrum Allgäu) begleitet. Der Endbericht „Klimaschutzkonzept Lindau 2020" wurde am 07.02.2012 im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt und am 28.02.2012 vom Stadtrat einstimmig als Rahmenkonzept beschlossen.

Klimaschutzkonzept Lindau 2020 [PDF: 2,7 MB] Klimaschutzkonzept Lindau - Kurzversion [PDF: 456 kB]

 

Energie- und CO2 Bilanz

Das Basisjahr für die Berechnungen und Analysen um Klimaschutzkonzept Lindau 2020 ist das Jahr 2007. Im Jahr 2007 wurden in Lindau 688,8 GWh Energie verbraucht. Dies entspricht der Erzeugung von ca. 135 Windrädern (2 MW) oder in etwa der Strommenge, die ein Kernkraftwerk in einem Monat erzeugt. 46% der in Lindau verbrauchten Energie wurde von der Wirtschaft (Handel und Industrie/Gewerbe) verbraucht, 31% durch den Verkehr und 21% durch die privaten Haushalte. Stadtverwaltung und GWG verbrauchen zusammen etwa 2%.

Im Jahr 2007 wurden in Lindau 158.000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Hieran war zu 42% der Wirtschaftssektor (einschließlich städtischer Betriebe), zu 40% der Verkehr und zu 18% die privaten Haushalte beteiligt. Pro Einwohner beliefen sich die CO2-Emissionen im Jahr 2007 auf 6,41 Tonnen CO2. Der Bundesdurchschnitt lag zur gleichen Zeit bei 9,81 Tonnen CO2. Für den vergleichsweise geringen Pro-Kopf-Wert ist neben anderen Faktoren auch der hohe Gas-Anteil an der Wärmeversorgung sowie der hohe Anteil erneuerbarer Energien am Strom-Mix der Stadtwerke Lindau verantwortlich.

Potenzialabschätzung

Bei der Potenzialabschätzung wurde ermittelt, in welchem Umfang und in welchen Sektoren Energie eingespart werden kann und, in welchem Umfang auf dem Stadtgebiet vorhandene erneuerbare Energien genutzt werden können.

In Lindau gibt es ein Einsparpotenzial von 31%, wenn alle technischen Einsparpotenziale aus den Bereichen Strom- und Wärmeverbrauch sowie Verkehr voll ausgeschöpft werden.

Im Stadtgebiet Lindau lässt sich die Stromerzeugung durch Photovoltaik (insbesondere auf Dachflächen) noch ausbauen. Bei der Wärmeerzeugung liegt das größte Potenzial im Bereich der Solarthermie, in wesentlich geringerem Umfang gibt es auch noch bei der Geothermie und dem Energieholz Potenziale.

Wenn man die Potenziale zur Effizienzsteigerung und zur Nutzung erneuerbarer Energien zusammenfasst, erhält man das mögliche Gesamtpotenzial. Bei optimaler Ausnutzung des Gesamtpotenzials kann in Lindau auf Grund der im Stadtgebiet vorhandenen Ressourcen im Bereich Strom knapp 13% und im Bereich Wärme 16% des Bedarfes gedeckt werden. Dies bedeutet, dass die Energieversorgung der Stadt Lindau in Zukunft selbst nach Ausschöpfung aller technischen Einspar- und Erzeugungspotenziale auf die Erzeugung erneuerbarer Energien im Umland

und auch aus überregionalen Standorten angewiesen sein wird.


Klimaschutz-Ziele und Maßnahmenkatalog

Auf Basis der Ist-Analyse und der Potenzialabschätzung hat das Energieteam die Klimaschutz-Ziele für die Stadt Lindau in jedem der fünf Sektoren Energie-Versorgung, private Haushalte, Verkehr/Mobilität, Wirtschaft (Handel und Gewerbe) sowie städtische Projekte formuliert.

Darauf aufbauend wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der rund 40 konkrete Maßnahmen enthält. Als wichtigsten Baustein hat das Energieteam jedoch die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung bewertet, denn ohne die Mithilfe aller Lindauer Bürgerinnen und Bürger werden die gesetzten Ziele nicht zu erreichen sein.

Der Maßnahmenkatalog wird vom Energieteam jährlich überprüft und überarbeitet. So soll er an sich eventuell ändernde Rahmenbedingungen angepasst werden. Zuletzt kam das Energieteam im Juni 2014 zu einem Workshop zusammen. Der überarbeitete Maßnahmenkatalog ist im Klimaschutzkonzept enthalten, das oben auf dieser Seite als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.

Kontinuierlicher Prozess 

Mit dem Beschluss des Klimaschutzkonzeptes durch den Stadtrat im Februar 2012 wurde ein kontinuierlicher Prozess in Gang gesetzt, bei dem das Energieteam auch weiter eine wichtige Rolle spielt. Bereits laufende Maßnahmen werden fortgeführt (z.B. Gebäude- und Energiemanagement/Hochbau, erneuerbare Energien im Strom-Mix, Effizienzsteigerung Kläranlage, Energieberatung für private Haushalte etc.) und „neue" Maßnahmen werden schrittweise umgesetzt. Maßnahmen, die einer Konkretisierung sowie der Mittelbereitstellung bedürfen (z.B. das Konzept für klimafreundliche Mobilität, Bürgeraktionen etc.) werden ggf. vor Beginn den politischen Gremien zum Beschluss vorgelegt.

Einige der vom Energieteam formulierten Maßnahmen liegen nicht im Verantwortungsbereich der Stadt selbst. Deshalb wird es eine wichtige Aufgabe für Energieteam, Stadtverwaltung und Politik sein, alle Akteure zu motivieren, um auch diese Maßnahmen umzusetzen.