Einladung: Lindau und Bregenz tagen gemeinsam
Öffentliche Stadtratssitzung am 5. Februar in der Inselhalle
Der Lindauer Stadtrat und die Bregenzer Stadtvertretung laden am Donnerstag, 5. Februar, um 18 Uhr, zur gemeinsamen öffentlichen Sitzung in die Inselhalle Lindau ein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Sitzung vor Ort zu verfolgen.
Auf der Tagesordnung der inzwischen dritten gemeinsamen Sitzung steht zunächst ein Bericht über die Delegationsreise beider Städte nach Brüssel zur Bayerischen Vertretung. Die Stadt Lindau war im Advent 2025 auf Einladung des Bayerischen Europaministers Eric Beißwenger und der Bayerischen Staatsregierung dorthin gereist und hatte Bregenz eingeladen, sich der Delegation anzuschließen.
Weiterentwicklung zum Wissens- und Innovationsstandort
Der zweite Tagesordnungspunkt behandelt die Weiterentwicklung von Lindau und Bregenz als Wissens- und Innovationsstandort. In beiden Städten gibt es derzeit keine Hochschulangebote – trotz zahlreicher wissensintensiver Unternehmen sowie eines starken touristischen und kulturellen Profils. Um Innovationen zu fördern, Fachkräfte zu sichern und im Wettbewerb um die „besten Köpfe“ attraktiv zu bleiben, sollen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft künftig noch stärker vernetzt werden. Die Initiative knüpft zudem an die Rolle von Lindau und Bregenz als internationales Oberzentrum des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP) an, das zum Beispiel auch Hochschulangebote anstoßen kann.
Der Stadtrat soll deshalb darüber beschließen, gemeinsam mit der Stadt Bregenz eine Machbarkeitsstudie über den Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee zu beauftragen. Ziel ist nicht die Gründung einer eigenen Hochschule oder Universität, sondern die Entwicklung eines thematisch passenden, innovativen und praxisorientierten Angebots, das regionale Zukunftsfelder adressiert, auf Kompetenzen bestehender Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee aufbaut und bestehende Studienangebote sinnvoll ergänzt.
Gemeinsame Interessenbekundung als Europäische Kulturhauptstadt
Außerdem wollen Lindau und Bregenz beschließen, gemeinsam eine Interessenbekundung für eine Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt auf den Weg zu bringen. Beide Städte knüpfen damit an die gemeinsame Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturpreis 2021 an.
„Eine gemeinsame Interessenbekundung ist für uns der nächste konsequente Schritt, um den europäischen Kulturgedanken über Grenzen hinweg gemeinsam weiterzuentwickeln und langfristig zu stärken. Lindau und Bregenz zeigen, wie Europa im Alltag funktioniert: partnerschaftlich und mit dem klaren Ziel, gemeinsam mehr zu erreichen“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.
„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Lindau und Bregenz ist ein starkes Zeichen für ein geeintes, pro-europäisches Miteinander. Die gemeinsame Interessenbekundung und Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt verdeutlichen das große Potenzial dieser Partnerschaft. Der fachliche Austausch und die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Lindau sind äußerst wertvoll. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam zukunftsorientierte Impulse setzen und nachhaltige Mehrwerte für unsere Städte und die gesamte Bodenseeregion schaffen können“, sagt Michael Ritsch, Bürgermeister von Bregenz.
Beide Städte arbeiten schon viele Jahre intensiv zusammen. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu stärken, Identität zu stiften und Kultur als wichtigen Teil von Bildung für alle Generationen weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Regionsgedanke über Länder- und Verwaltungsgrenzen hinweg sowie verlässliche Partnerschaften. So schärfen Lindau und Bregenz ihr Profil und stärken die Strahlkraft beider Stadtmarken. Perspektivisch ist auch denkbar, weitere Städte in der Region einzubeziehen, um den Kulturraum Vorarlberg, Allgäu, Oberschwaben und die Bodenseeregion noch enger zu vernetzen.
Das Förderprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt setzt bewusst auch auf kleinere Städte und Regionen. Das zeigen aktuelle Beispiele: Bad Ischl und Bodø waren 2024 Europäische Kulturhauptstädte und haben rund 14.000 bzw. rund 40.000 Einwohner. Zudem ist die Initiative auf eine langfristige Stadtentwicklung und einen anhaltenden Mehrwert für die gesamte Region ausgelegt. Die Bewerbung soll voraussichtlich ab Mitte der 2030er-Jahre eingereicht werden.
Über LIBRE
„LIBRE“ ist eine grenzübergreifende Städtekooperation zwischen Lindau und Bregenz, die seit 2024 auch in politischen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen die vier grenzüberschreitenden Themenfelder Mobilität und Bau, Klimaschutz und Stadtentwicklung, Kultur sowie Stadtmarketing und Wirtschaft.
