Wie steht es wirklich um Lindaus Wirtschaft?
Standortförderer Niklas Ringeisen startet umfassende Unternehmensumfrage
Die Unternehmen in Lindau stehen alles andere als homogen da. Mit Hilfe einer Umfrage will sich der Standortförderer Niklas Ringeisen nun einen Überblick verschaffen – und bestehende Problem anpacken.
Als Standortförderer hat Ringeisen eine zentrale Aufgabe: Er kümmert sich um Lindaus wirtschaftliche Belange. Sein Ziel ist es, den Standort der Stadt strategisch zu stärken und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, den Unternehmen einen bestmöglichen Unternehmensservice zu bieten. Um das zu ermöglichen, fungiert er als zentrale Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Akteure. Dabei wird laut Ringeisen vor allem eines deutlich: „Unsere Unternehmen stehen nicht gerade homogen da.“
Branchen im Kontrast
Während die Automobilbranche wegen der tiefgreifenden Transformation derzeit bundesweit stark unter Druck steht, entwickelt sich der Bereich der Luft- und Raumfahrt weiterhin positiv – und schreibt schwarze Zahlen. Unternehmen mit mehreren Standbeinen sind generell im Vorteil. „Sie können Schwächen in einzelnen Geschäftsbereichen durch andere Sparten ausgleichen“, sagt der Standortförderer.
Auch innerhalb der Branchen zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich der Tourismus nach der Corona-Pandemie wieder erholt hat, kämpft der Einzelhandel weiterhin mit strukturellen Problemen. Sehr gut laufe es hingegen bei Discountern in Grenznähe. „Diese Unternehmen profitieren vom Vorarlberg-Effekt. Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs sind bei uns günstiger“, erklärt der Standortförderer.
Neben dem anhaltenden Fachkräftemangel in vielen Branchen sorgt auch der Blick nach Amerika für Unsicherheit. Immer wieder droht US-Präsident Donald Trump mit Zollerhöhungen.
Umfrage soll Stimmungsbild der lokalen Wirtschaft liefern
Um die Unternehmen vor Ort zu unterstützen, müssen möglichst optimale Rahmenbedingungen für Handel, Gewerbe und Dienstleister gesichert und ausgebaut werden. Wichtig dafür ist ein aktuelles Stimmungsbild der lokalen Wirtschaft.
„Wir möchten wissen, was die Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigt und wie wir als Stadt aktiv dazu beitragen können, optimale Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen“, sagt Ringeisen. Am 26. Januar hat der Standortförderer in Kooperation mit der Beraterfirma CIMA deshalb eine Online-Umfrage gestartet, die sich explizit an die Lindauer Unternehmen richtet.
Themen der Umfrage sind beispielsweise, wie die Unternehmen ihre Entwicklungsperspektiven einschätzen, welche Serviceangebote sie sich von Seiten der Stadt wünschen und wie sich die derzeitige Fachkräftesituation darstellt. Aber auch Technologien und Innovationskraft, Flächenbedarfe und das Geschäftsklima kommen zur Sprache. Thema für die Betriebe auf der Insel sind zudem die Zukunftsaussichten für Handel und Gastronomie.
Die Umfrage läuft vier Wochen lang und endet am Sonntag, 22. Februar. Die Dauer beträgt etwa 15 Minuten.
Teilnehmen können die Unternehmen mittels eines QR-Codes oder über folgenden Einwahllink: http://unternehmensbefragung-lindau-2026.mitmachen.app
Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden diese veröffentlicht und dem Stadtrat präsentiert. „Die Daten und Informationen sind wichtig, um die Standortförderung weiterentwickeln und passgenau auf Lindau ausrichten zu können“, betont Ringeisen. Ziel ist es außerdem, den „direkten Draht“ zum Standortförderer weiter auszubauen. „Da die Standortförderung querschnittsorientiert arbeitet, werden die Ergebnisse auch anderen städtischen Ämtern und Abteilungen zur Verfügung gestellt“, sagt Ringeisen.
Keine Eintagsfliege: Neue Entwicklungen sollen berücksichtig werden
Um die Aktualität zu sichern und sich wie eine Panelstudie weiterentwickeln zu können, soll das Projekt alle zwei Jahre wiederholt werden. So können auch neue Entwicklungen Eingang in die Studie finden.
Ringeisen selbst hofft auf eine möglichst hohe Beteiligung von Seiten der Unternehmen. Auch, weil damit der Kontakt zu Firmen aufgebaut werden könne, die im Zuge der Bestandpflege noch nicht aufgesucht werden konnten und die ein Interesse an der Arbeit der Standortförderung haben.
