»Neuer Berliner Platz«: Stadt Lindau lädt Bürgerinnen und Bürger zur Mitgestaltung ein
Mit einem Pressegespräch am Berliner Platz hat die Stadt Lindau heute, am 9. September, den offiziellen Auftakt zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger für die Neugestaltung des Berliner Platzes gegeben. Ziel ist es, aus dem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt eine leistungsfähige Mobilitätsdrehscheibe und ein lebendiges Quartierszentrum zu entwickeln.
Der Berliner Platz hat eine lange Geschichte als Verkehrsknotenpunkt und Einkaufsstandort. Mit dem Bau des Fernbahnhofs Reutin im Jahr 2020 hat seine Bedeutung weiter zugenommen. Gleichzeitig leidet der Platz unter hoher Verkehrsbelastung, Versiegelung und fehlender Aufenthaltsqualität. Nun will die Stadt den Bereich neuordnen.
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons betonte die Bedeutung des Projekts: „Es ist eine sehr große Chance für Lindau und die Menschen, die hier leben. Der neue Berliner Platz soll zu einem positiven Eintrittstor in die Stadt werden, zur leistungsfähigen Mobilitätsdrehscheibe, die den öffentlichen Verkehr gut anbindet und die Insel von motorisiertem Verkehr entlastet. Zeitgleich wollen wir dort eine höhere Aufenthaltsqualität für alle schaffen, mit weniger Lärm, weniger Hitze und mehr Grün.“
Stadtbaumeister Kay Koschka unterstrich die städtebaulichen Chancen:
„Der Berliner Platz ist ein Schlüsselprojekt für die Mobilitätswende in Lindau. Wir wollen gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen entwickeln, die funktionieren – für den Alltag, für den Tourismus und für die Zukunft.“
Der Stadt Lindau ist es wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an aktiv in den Prozess einbringen können. Daher startet ab sofort eine Bürgerbeteiligungs-Kampagne. Interessierte können sich über verschiedene Formate an dem Projekt beteiligen. Wer sich auf digitalem Wege einbringen möchte, kann sich auf der städtischen Webseite zum Berliner Platz informieren und an einer Umfrage teilnehmen.
Im Rahmen der „Europäischen Mobilitätswoche“ werden an Pop-up-Ständen Meinungen der Lindauer Bevölkerung, von Pendlern und Reisenden, Gästen und Einkaufskundschaft eingeholt. Diese stehen am Mittwoch, 17. September, an der Bushaltestelle vor dem Geschäft „Sport Roman“, am Samstag, 20. September, am Lindaupark und am Montag, 22. September, am Bahnhof Reutin. Zusätzlich sollen Quartiersspaziergänge sowie eine große „Marktplatz-Veranstaltung“ stattfinden. Details zu diesen Angeboten wird die Stadt Lindau noch gesondert kommunizieren.
„Natürlich ist der Beteiligungsprozess kein Wunschkonzert. Wir werden nicht alles, was wünschenswert wäre, erfüllen können“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons. „Es gibt Zwangspunkte und verbindliche Leitplanken – sei es durch verkehrsplanerische Anforderungen, städtebauliche Rahmenbedingungen und letztlich durch die finanziellen Möglichkeiten. Uns geht es darum, wichtige Hinweise und relevante Kritik zu erhalten, um den Berliner Platz wirklich gut gestalten zu können. Deshalb wollen wir gut hinhören, was die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, zu sagen haben.“
Dafür wird auch die eigens eingerichtete Steuerungsgruppe Sorge tragen. Dieses Gremium bestehend aus Vertretern der Politik und Verwaltung stellt sicher, dass sich das Projekt innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen bewegt und die gesetzten Ziele konsequent verfolgt werden.
„Die Umsetzung ist ein herausforderndes Vorhaben für die ganze Stadt. Es erfordert einen gemeinschaftlichen Kraftakt. Während der Bauzeit sind Beeinträchtigungen und Einschränkungen für Anwohner, Besucher und Verkehrsteilnehmer unvermeidlich. Und die Stadt muss die Finanzierung stemmen“, fasst Kay Koschka zusammen. Möglich wird dies, weil die Regierung von Schwaben im Rahmen einer Förderung einen erheblichen Teil der Planungs- und später auch Umsetzungskosten übernimmt.
Kampagne soll Aufmerksamkeit wecken
Damit möglichst viele Menschen mitmachen und bei der Gestaltung ihres „Neuen Berliner Platzes“ mitreden, wird der Beteiligungsprozess von einer Informationskampagne begleitet. Die Stadt setzt dabei auf eine neue, freche Art der Kommunikation: Slogans wie „Lindau, bitte ärgere dich“ oder „Lindau, lass Dampf ab“ sollen auffallen und Aufmerksamkeit erzeugen.
Ausblick: Die nächsten Schritte
Die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung sollen bis zum Frühjahr 2026 dem Stadtrat vorgestellt werden. Dieser soll dann den Beschluss für die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs treffen. In der Folge wird das Stadtbauamt den Wettbewerb vorbereiten und ausloben. In den darauffolgenden Monaten sind die Architekturbüros, Landschaftsgestalter und Verkehrsplaner gefragt, um ihre Ideen und Vorstellungen für den Berliner Platz zu einem Entwurf auszuarbeiten. Die eingereichten Entwürfe werden schließlich in einer Ausstellung bewertet und das Siegerprojekt gekürt. Wenn es schließlich an die Umsetzungsplanung geht, wird es erneut Formate geben, mittels derer die Bürgerinnen und Bürger mitreden können.
