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24.10.2025

Der Holdereggenpark bleibt erhalten

Erschließung des Gleisdreiecks: Was geplant ist

Eine Bürgerinitiative befürchtet die „Zerstörung“ des Holdereggenparks. Der Grund: Der geplante Neubau einer Brücke ins Gleisdreieck. Doch der Park wird von den Baumaßnahmen weitgehend unberührt bleiben. Die Stadt Lindau erklärt, was geplant ist – und was nicht.

Zusammenfassung als Youtube-Video ansehen.

Führt die neue Brücke durch den Holdereggenpark und zerstört ihn?

Nein. Der Holdereggenpark bleibt weitestgehend unberührt. Die neue Erschließungsstraße samt Brücke führt lediglich am äußersten Rand entlang – nicht durch den Park. Der wertvolle, alte Baumbestand bleibt größtenteils erhalten. Eine Rettung des Parks ist daher nicht notwendig – denn er ist nicht bedroht.

(siehe Grafik 1 & Grafik 2)

Inwiefern ist der Holdereggenpark betroffen?

Nur minimal. Die neue Straße verläuft am westlichen und nördlichen Rand im Böschungsbereich des Holdereggenparks entlang (siehe roter Bereich in der Grafik 2). Der historische Baumbestand bleibt erhalten, auch der markante Mammutbaum an der Villa Holdereggen ist nicht betroffen. Das Raumgefühl im Park wird sich nicht ändern.

Müssen Bäume gefällt werden?

Ja. Von insgesamt rund 100 Bäumen im Holdereggenpark sind stand jetzt 16 Bäume sowie Sträucher im Böschungsbereich betroffen. Sie befinden sich im nördlichen und westlichen Parkbereich. Welche Bäume in dem betroffenen Bereich konkret gefällt werden müssen, wurde gemeinsam mit einem Fachbüro untersucht. Einige dieser Bäume sind laut einem Baumgutachten in schlechtem Zustand und hätten ohnehin in den nächsten Jahren gefällt werden müssen – unabhängig von der Erschließung. Bei weiteren elf Bäumen wird noch genauer untersucht, ob diese entfernt werden müssen.

Es sind etliche Nachpflanzungen vorgesehen, um die Grünstruktur zu erhalten. Die Ränder der Parkanlage sollen auch weiterhin ohne Lücken eingegrünt sein.

Warum braucht es überhaupt eine Erschließung des Gleisdreieckes?

(siehe Grafik 3)

Das Wohngebiet zwischen Lotzbeck-Bahnübergang, Hasenweidweg und Holdereggen ist von Gleisen und Bahnübergängen umschlossen. In diesem Gleisdreieck erschweren lange Schranken-Schließzeiten und Wartezeiten den Alltag der Anwohner. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihre Taktung weiter zu erhöhen. Das bedeutet, dass die Schranken noch häufiger geschlossen werden müssen.

Deshalb ist eine Erschließung von Norden für Anwohner und Rettungskräfte eine deutliche Verbesserung und verspricht eine höhere Lebensqualität. Aus Sicht der Stadt Lindau ist die ungehinderte Erschließung des Gleisdreiecks dringend notwendig – auch um die Rettungszufahrt endgültig und ohne Zeitverzug zu sichern.

Wie kam es zur jetzt vorliegenden Planungsvariante?

Der Stadtrat hat am 15. Dezember 2021 einstimmig beschlossen, eine Erschließungsvariante mit der Deutschen Bahn (DB) für das Gleisdreieck zu erarbeiten.

Ursprünglich geplant war eine Straßenunterführung am Bahnübergang Hasenweidweg Ost. Nach der ersten Auslegung der Planunterlagen hat die DB der Stadt mitgeteilt, dass sie diese Variante nicht umsetzen kann. Grund dafür waren Einwände von Anwohnern sowie die damit verbundene Eigentumssituation der erforderlichen Flächen. Die Stadt und die DB haben sich dann gemeinsam darauf geeinigt, diese ursprüngliche Planung nicht weiter zu verfolgen, sondern die im Bebauungsplan von 1968 vorgesehene Erschließung von Norden her zu vertiefen. Damit war diese Variante bereits baurechtlich gesichert.

Auch aus fachlicher Sicht der Stadt bietet die Erschließung von Norden her mehr Vorteile. Zum einen ermöglicht sie eine verkehrliche Anbindung des Gleisdreiecks an die Holdereggenstraße, was besonders während der Tourismussaison eine Verkehrsführung über den Europaplatz und die Inselstraße vermeidet und damit den Verkehr entlastet. Zudem schafft die Variante eine verkehrliche Verknüpfung zwischen den Bereichen Giebelbach, Gleisdreieck, Lotzbeck und Aeschach für Fußgänger und Radfahrer und kommt damit einem weit größeren Nutzerkreis zugute.

Die Entscheidung des Stadtrates, die Variante der Straßenüberführung Holdereggenstraße anstelle des Hasenweidwegs Ost zu verfolgen, wurde am 28. September 2022 in öffentlicher Sitzung getroffen.

Würde der Holdereggenpark mit einer Unterführung am Bahnübergang Hasenweidweg Ost mehr geschont?

Auch bei der alternativen Variante mit einer Straßenunterführung am Hasenweidweg Ost würde eine Brücke am Holdereggenpark gebaut, wenn auch nur für den Rad- und Fußverkehr. Aber auch diese Brücke hätte dieselbe Höhe und einen ähnlichen Effekt. Die Variante Hasenweidweg Ost würde zudem mehr Flächenversiegelung und einen erheblichen Eingriff ins Ortsbild bedeuten. So müsste unter anderem die Baumreihe am Alpengarten teilweise gefällt werden.

Das heißt: Die Brücke kommt so oder so. Die Frage ist nur, für wen sie nutzbar sein wird – auch für Autos oder ausschließlich für Rad- und Fußverkehr.

Wie geht es weiter?

Aktuell gilt es, auf den Planfeststellungsbeschluss zu warten. Dieser stellt die zentrale Genehmigung für die Vorhabenträgerin Deutsche Bahn dar. Sobald er vorliegt, wird die Ausführungsplanung und die Ausschreibung der Bauleistung erstellt. Laut DB soll der Baubeginn 2027 erfolgen.

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Stefanie Czuday
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