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07.10.2026

Klimaschutz und Klimawandelanpassung auf der Insel

Stadt Lindau stellt Sachstand der Hitzeanpassungsmaßnahmen und des Energetischen Quartierskonzeptes Insel vor

Die denkmalgeschützte Lindauer Insel soll langfristig klimaverträglich und möglichst klimaneutral entwickelt werden. Das jetzt vorliegende Integrierte Energetische Quartierskonzept untersucht deshalb sowohl die Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Energie- und Wärmeversorgung als auch Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. In seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 30. September, hat der Lindauer Stadtrat die nächsten Schritte beschlossen.

Im Mittelpunkt stehen die weitere Bearbeitung der Kommunalen Wärmeplanung, die Vorbereitung eines Kommunalen Denkmalkonzepts sowie konkrete Maßnahmen zur Anpassung an zunehmende sommerliche Hitze. Eine Entscheidung für eine bestimmte künftige Wärmeversorgung der Insel ist mit den Beschlüssen ausdrücklich nicht verbunden.

Wärmeversorgung bleibt technologieoffen

Das Energetische Quartierskonzept zeigt, dass eine schrittweise Energiewende auf der Insel trotz der besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes grundsätzlich möglich ist. Als eine Möglichkeit für eine treibhausgasarme Wärmeversorgung wurde die Nutzung von Seethermie untersucht. Das Konzept liefert hierzu erste datenbasierte Erkenntnisse, unter anderem zur Wärmebedarfsdichte und zu möglichen Anschlussquoten. Fragen zur technischen und wirtschaftlichen Eignung sollen im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung, die von den Stadtwerken Lindau im Auftrag der Stadt vorangetrieben wird, weiter untersucht werden.

Die Kommunale Wärmeplanung betrachtet das gesamte Stadtgebiet und bildet damit den übergeordneten Rahmen für die künftige Energie- und Wärmeversorgung. Das Energetische Quartierskonzept für die Insel soll dabei als wichtiger Baustein einfließen und im Zuge der Wärmeplanung nochmals überprüft werden. Dabei soll das Konzept ausdrücklich technologieoffen angelegt sein.

Hitzebelastung sichtbar gemacht – erste Maßnahmen folgen

Neben der Frage einer zukunftsfähigen Energie- und Wärmeversorgung rückt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zunehmend in den Mittelpunkt. Eine im Zusammenhang mit dem Energetischen Quartierskonzept erstellte kleinräumige Hitzekarte zeigt deutliche Temperaturunterschiede innerhalb des Quartiers.

Besonders hohe Temperaturen wurden nicht nur auf stark sonnenexponierten und versiegelten Flächen festgestellt. Auch dicht bebaute Bereiche, die weniger von der kühlenden Wirkung des Sees und der Seewinde profitieren, weisen teilweise hohe Temperaturen auf. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Maßnahmen künftig gezielt dort einzusetzen, wo sie für Aufenthaltsqualität und Bevölkerungsschutz besonders wichtig sind.

Um die Datengrundlage weiter zu verbessern, hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Installation von Wetterstationen vorzubereiten. Zunächst sollen geeignete und repräsentative Standorte definiert und dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Dabei soll auch geprüft werden, inwieweit bereits vorhandene Wetterdaten genutzt werden können.

Neben der Verbesserung der Datengrundlage sollen auch unmittelbar konkrete Maßnahmen zur Anpassung an die zunehmende sommerliche Hitze umgesetzt werden.Am Therese-von-Bayern-Platz ist eine Baumpflanzung für Herbst / Winter 2026 vorgesehen. Zwei Trinkwasserbrunnen sollen im Frühjahr 2027 am Sportband auf der Hinteren Insel und am Seehafen entstehen.

Kommunales Denkmalkonzept soll Planungssicherheit schaffen

Klimaschutz und Klimaanpassung müssen auf der Insel mit Denkmalschutz, historischer Stadtstruktur und archäologischen Besonderheiten in Einklang gebracht werden. Der Stadtrat hat deshalb den Weg für ein Kommunales Denkmalkonzept gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) freigemacht. Das Konzept soll städtebauliche Leitlinien und konkrete bauliche Lösungen für die künftige Wärme- und Energieversorgung sowie für Maßnahmen der Klimawandelanpassung entwickeln. Auch Hitzevorsorge und die Nutzung von Solarenergie sollen betrachtet werden.

Für unterschiedliche denkbare Lösungen sollen die städtebaulichen, denkmalrechtlichen und archäologischen Rahmenbedingungen untersucht werden. Ziel ist eine transparente und rechtssichere Planungs- und Genehmigungsgrundlage für die spätere Umsetzung im historischen Ensemble.

„Mit dem Kommunalen Denkmalkonzept wollen wir die verschiedenen Themen zusammenbringen: Energieversorgung, Klimawandelanpassung, Photovoltaik, Städtebau, Denkmalschutz und Archäologie. Ziel ist es, frühzeitig Leitplanken zu schaffen, damit notwendige Maßnahmen später nicht an ungeklärten Rahmenbedingungen scheitern“, so Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.

Denkmalschutz und Archäologie frühzeitig berücksichtigen

Für die Insel ist die Abstimmung mit der Archäologie von besonderer Bedeutung, da sich dort flächendeckend ein Bodendenkmal befindet. Eine frühzeitige Abstimmung soll helfen, spätere Konflikte bei Leitungs- und Infrastrukturmaßnahmen zu vermeiden. Auch ein denkmalfachliches Solarflächenkataster soll als Grundlage für die Beurteilung von Photovoltaikanlagen im historischen Ensemble dienen.

Die Verwaltung soll die nächsten Schritte der Kommunalen Wärmeplanung regelmäßig im Bau- und Umweltausschuss vorstellen. Zudem soll die öffentliche Auftaktveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung in Abstimmung mit den übrigen Gemeinden im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Lindau zeitnah terminiert werden.

Weitere Informationen zum Energetischen Quartierskonzept

Mit dem Quartierskonzept verfolgt die Stadt Lindau das Ziel, die Insel langfristig klimaneutral zu entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag zur angestrebten Klimaneutralität bis 2035 zu leisten. Seit Projektbeginn wurden umfassende Bestandsaufnahmen durchgeführt sowie Potenziale zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien analysiert; die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen wird im Rahmen der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung weiter vertieft geprüft.

Weitere Informationen zum Energetischen Quartierskonzept gibt es auf der Webseite der Stadt Lindau: https://www.stadtlindau.de/index.php?NavID=2412.153.

07.10.2026 

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