Pressemitteilung: Lindau unterstützt Wasserstoffstudien
Regionen, die Wasserstoff als sauberen Energieträger in einer regionalen Wasserstoffwirtschaft einsetzen wollen, können sich als „HyExpert“ um staatliche Förderung bewerben. Die HyExperts werden im Rahmen des Wettbewerbs „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gesucht.
Vor diesem Hintergrund unterstützt die Stadt Lindau drei Förderanträge. Erstens wird der Antrag HyAllgäu*-Bodensee unterstützt. Die Bewerbung auf den Förderabruf HyExperts erfolgt zusammen mit weiteren Städten und Landkreisen. Hier soll ein gemeinsames regionales Wasserstoff-Konzept erstellt werden. Die Federführung liegt beim Landratsamt.
Bei HyBodensee geht es primär um die Untersuchung der Bodenseeschifffahrt. Hier sollen auch der ÖPNV und der Mobilitätssektor untersucht werden. Die Federführung liegt bei der Stadt Konstanz.
Dazu kommt die Idee einer Wasserstofftankstelle in Lindau: Der Antragsteller strebt zusammen mit andere Projektbeteiligten die Entwicklung, Umsetzung, Erprobung und Validierung einer per Elektrolyse versorgten Wasserstofftankstelle in Lindau an.
Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons weist darauf hin, dass die Stadt und ihre beiden großen Töchter immer grundsätzlich an Innovationen interessiert sind. „Ich sehe in der Nutzung von Wasserstoff die Chance, den CO2-Fußabdruck in der Stadt weiter zu verringern. Es liegt im Interesse der Stadt Lindau, die wichtigen Klimaschutzziele und damit auch die Energieversorgung mittels grüner Energien beziehungsweise erneuerbarer Energien, wie der Speicherung von Energie, der Erzeugung und nachhaltiger Nutzung von Wasserstoff, zu unterstützen. Unser Anliegen ist es, dass konkret und vor Ort Maßnahmen ergriffen werden, um künftig mit regional erzeugter Energie leben, wirtschaften und mobil sein zu können.“
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 29. April nimmt der Klimaschutz Fahrt auf. Das zeigt sich auch in Fördermaßnahmen und Unterstützung des Bundes in Machbarkeitsstudien und Untersuchungen. „Die Aufbruchsstimmung und die Bereitschaft der Politik, hier auch zu fördern und zu unterstützen, das ist der Stoff, aus dem Erfolge gestrickt werden können“ sagt Hannes Rösch, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau. „Und der Ansatz, dass viele Player übergreifend gemeinsam an einem Ziel arbeiten, ist genau der Richtige. Wenn bei dem Thema jeder sein eigenes Süppchen kocht, dann wird das nichts“.
Wasserstoff ist ein Energieträger, keine Energiequelle wie Sonnenenergie, Erdgas, Erdöl oder Kohle. Das heißt, Wasserstoff muss mit Energieaufwand erst mal erzeugt werden. Und hier setzt erstmal Verwirrung ein: Man spricht von grauem, blauen und grünem Wasserstoff, wobei einzig der „grüne“ Wasserstoff fast CO2-neutral durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Blauer und grauer Wasserstoff wird jeweils aus Erdgas erzeugt. Wasserstoff kann Energie aus erneuerbaren Quellen über längere Zeit aufbewahren – das ist besonders sinnvoll da, wo beispielsweise viel Sonnenstrom zur Verfügung steht und wo beispielsweise auch das Nebenprodukt Wärme gebraucht wird.
Und hier kommen die beiden Töchter der Stadt wieder zusammen: „Da können wir uns als Wohnungsgesellschaft auf kurzen Wegen perfekt mit den Stadtwerken abstimmen“ sagt Alexander Mayer, Geschäftsführer der GWG Lindauer Wohnungsgesellschaft. „Die Anforderungen und Vorgaben an Wohnquartiere ändern sich hin zu Klimaneutralität in punkto Heizen, Warmwasserversorgung, Stromversorgung oder Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Nachhaltigkeit steht dabei bei uns ganz oben auf der Liste“.
„Wir prüfen alle unsere Technologien, unsere Infrastruktur und unsere Investitionen stets auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, um den für unsere Kunden und Kundinnen größten Nutzen und Sinnhaftigkeit zu erreichen. Dabei stehen wir jedem neuen Projekt völlig offen gegenüber“ ergänzt Stadtwerke-Chef Hannes Rösch.
