Stadt Lindau im „Finale ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ in Hohenems gewürdigt
Maßnahmen zur Klimawandelanpassung bringen achten Platz ein
Drei Länder, 13 Gemeinden, ein Gewinn: Im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ haben Städte und Gemeinden um die gelungene Klimaanpassung von Siedlungen mithilfe von mehr und besserem Grün gewetteifert. Gastgeber der Siegerehrung am Donnerstag, 24. September, und gleichzeitig Gesamtsieger aller teilnehmenden Gemeinden war Hohenems. Lindau erreichte den achten Platz.
Grün macht glücklich und friedlich, hilft beim Denken, fördert das soziale Miteinander – und sorgt für Abkühlung. Diese positiven Auswirkungen hat Dr. Elisabeth Oberzaucher, Verhaltensbiologin an der Universität Wien, bei der Siegerehrung des Wettbewerbs „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt. Ihre Erkenntnisse bestärken die Stadt Lindau und zwölf weitere Gemeinden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in ihrer Überzeugung: Mehr und besseres Grün ist ein wichtiger Schlüssel zur Klimaanpassung in Kommunen. In den vergangenen drei Jahren hat Lindau im Rahmen des spielerischen Wettbewerbs nach den besten Ideen gesucht, um die Stadt mit mehr Grün fit für die Folgen des Klimawandels zu machen.
Ziel des Spiels war, die Themen Klimaanpassung, Klimaschutz und Biodiversität zusammenzudenken und hierzu konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch, grenzübergreifen voneinander zu lernen und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Zudem sollte durch das Spiel das Engagement der Gemeinden in der Bürgerschaft und darüber hinaus sichtbar werden.
„Wir haben zusammen extrem viel gewonnen – und allen vorweg alle Bürgerinnen und Bürger“, betonte Katrin Löning von der pulswerk GmbH. Ein fünfköpfiges Team rund um die pulswerk GmbH und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hatte das Spiel mit Fachwissen und Engagement entwickelt, geleitet und die Gemeinden kontinuierlich begleitet.
Lindau bringt Maßnahmen für zukunftsfähige Grünflächen ein
Die Stadt Lindau punktete unter anderem mit den Themen Waldumbau zum klimaangepassten Mischwald, Pflanzen von Klimabäumen und Extensivierung städtischer Grünflächen. Mit insgesamt 123 Punkten erreichte Lindau den achten Platz.
„Ein Highlight für uns war – wo möglich – die Umstellung der intensiven Pflege öffentlicher Grünflächen auf extensive Pflege. Fachlich hat die Umstellung mehrere Wirkungen: Einerseits stärkt sie die Artenvielfalt, indem mehr Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere geschaffen wird. Andererseits verdunstet durch den dichten Bewuchs mehr Wasser, was der Luft die Wärme entzieht und so lokal zur Abkühlung beitragen kann. Zudem bleibt durch die geringe Mahd mehr Bodendeckung erhalten, was die Böden vor Austrocknung und starker Aufheizung schützt“, sagt Danielle Eichler, Kilmaschutzmanagerin der Stadt Lindau.
Am „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ haben in der Projektlaufzeit von 2023 bis 2026 die 13 Gemeinden Arbon, Romanshorn, Baienfurt, Baindt, Berg, Friedrichshafen, Lindau, Memmingen, Weingarten, Hohenems, Koblach, Lauterach und Rankweil teilgenommen.
Der Schweizer Umwelt- und Politikwissenschaftler Daniel Ballmer hob insbesondere die verbindende Wirkung des Projekts hervor: über Landes- und kommunale Grenzen hinweg und über den eigenen Gartenzaun hinaus: „Gemeinsam etwas zu bewirken, ist mit das Tollste, was man erleben kann.“
Das Projekt Zukunftsgrün
Ziel des Projekts Zukunftsgrün ist es, Lösungen für die Zukunftsfähigkeit von Siedlungsräumen zu entwickeln und in die breite Anwendung zu bringen. Außerdem sollen Synergien zwischen Klimaschutz, dem Schutz der biologischen Vielfalt und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels geschaffen werden.
Projektpartner sind die Bodensee-Stiftung (Leitung), der BUND Naturschutz Ökostation
Schwaben e.V. und die Stiftung Liebenau, die baubook GmbH, das Energieinstitut Vorarlberg und die pulswerk GmbH sowie die Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Interreg-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, dem Land Vorarlberg und Kantonale Förderung der Schweiz.
Weitere Informationen: https://zukunftsgruenspiel.info/
Eine Broschüre stellt die umgesetzten Maßnahmen aus den Gemeinden vor: https://zukunftsgruenspiel.info/perch/resources/spiel-ohne-grenzenabschlussbroschure-finalweb.pdf
