Hitzewelle erreicht Lindau
So schützen Sie sich vor Extremtemperaturen
Eine Hitzewelle rollt auf Deutschland zu. In Bayern werden Temperaturen bis zu 35 Grad erwartet. Für die kommenden Tage hat der Deutsche Wetterdienst deshalb eine Warnung herausgegeben. Wie sich die Lindauerinnen und Lindauer schützen können und welche Orte an heißen Tagen die meiste Kühlung versprechen.
Die angekündigte Hitzewelle bringt auch für Lindau und das Umland außergewöhnlich hohe Temperaturen mit sich. Die Stadt Lindau empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern deshalb, ihr Verhalten an die Wetterlage anzupassen und die vorhandenen Möglichkeiten zur Abkühlung gezielt zu nutzen. Besonders ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen sollten die Belastung durch die Hitze nicht unterschätzen.
Kühle Orte in Lindau und im Hinterland gezielt aufsuchen
Wer bei großer Hitze das Haus verlassen möchte, sollte gezielt schattige Bereiche aufsuchen. Messungen zeigen, dass die Temperatur unter einem dichten Baumdach rund zehn Grad Celsius niedriger sein kann als in der direkten Sonne. Asphaltierte und versiegelte Flächen hingegen speichern Wärme besonders stark und geben diese auch noch Stunden nach Sonnenuntergang wieder ab.
In Lindau bieten insbesondere die städtischen Parkanlagen wie der Lindenhofpark, der Lotzbeckpark oder der Uferpark Wäsen schattige Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Parks verfügen über zahlreiche Großbäume und sind in der Regel barrierefrei erreichbar.
Auch im Hinterland finden sich natürliche Rückzugsorte: Spazierwege entlang von Bächen und Gewässern im Weißenbachtal oder Leiblachtal sorgen durch Vegetation und Wasserverdunstung für angenehmere Temperaturen. Wälder und Waldränder bieten ebenfalls spürbare Abkühlung. In höheren Lagen des Alpenvorlands können zudem kühlere Luftströmungen für Entlastung sorgen.
Aufenthalte im Freien auf die kühlen Tageszeiten verlegen
Gerade für Seniorinnen und Senioren sowie für Kinder gilt: Direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden. Aufenthalte im Freien sollten vorzugsweise in die frühen Morgenstunden vor 10 Uhr oder in die Abendstunden nach 18 Uhr gelegt werden.
Wer unterwegs ist, sollte ausreichend Wasser, eine Kopfbedeckung sowie Sonnenschutz mitführen. Leichte, luftige Kleidung hilft zusätzlich dabei, den Körper vor Überhitzung zu schützen.
Öffentliche Gebäude bieten Schutz vor der Hitze
Neben Grünanlagen können auch öffentliche Einrichtungen als kühle Rückzugsorte genutzt werden. Bibliotheken, Museen, Kirchen oder überdachte Einkaufsmöglichkeiten bieten an besonders heißen Tagen eine angenehme Alternative zu aufgeheizten Außenbereichen. Das Lindauer Münster „Unserer Lieben Frau“ am Stiftsplatz ist von morgens bis abends geöffnet.
In Lindau stehen zudem rund 30 öffentliche Brunnen zur Verfügung. Dabei ist jedoch die Wasserqualität zu beachten: Der offizielle Trinkwasserbrunnen in der Maximilianstraße wird nach einer vorübergehenden Sperrung aufgrund einer Verunreinigung laut den Stadtwerken heute wieder in Betrieb genommen. Nur dieser Brunnen verfügt über zertifizierte Trinkwasserqualität. Die übrigen Brunnen sind nicht zum Trinken geeignet. Sie können jedoch genutzt werden, um Hände, Gesicht, Nacken oder Unterarme zu kühlen und so den Körper bei hohen Temperaturen zu entlasten.
Kneippanlage am Aeschacher Ufer als zusätzliche Abkühlungsmöglichkeit
Eine weitere Möglichkeit zur Erfrischung bietet die Kneippanlage am Aeschacher Ufer. Dort stehen ein Wassertretbecken und ein Armtauchbecken zur Verfügung, die gerade an Hitzetagen eine wohltuende Abkühlung bieten. Die Stadt weist darauf hin, die geltenden Nutzungsregeln zu beachten. Die Anlage ist keine Badestelle, Hunde dürfen nicht ins Wasser.
Ausreichend trinken und den Körper kühlen
Das Bayerische Gesundheitsministerium empfiehlt, auch ohne Durstgefühl regelmäßig zu trinken. Als Richtwert gelten täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder andere alkoholfreie Getränke. An besonders heißen Tagen kann der Flüssigkeitsbedarf deutlich höher liegen und bis zu zwei Liter zusätzlich betragen.
Empfohlen werden mineralstoffhaltige, möglichst zuckerfreie Getränke. Auch wasserreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Salate unterstützen den Flüssigkeitshaushalt.
Zur Abkühlung des Körpers eignen sich feuchte Tücher auf der Haut, kühle Fußbäder oder das Abspülen von Händen und Unterarmen mit kaltem Wasser. Auch Duschen können helfen – allerdings sollte das Wasser nicht eiskalt sein, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
Wohnräume vor dem Aufheizen schützen
Um die Belastung in den eigenen vier Wänden zu reduzieren, sollten Wohn- und Aufenthaltsräume tagsüber möglichst verschattet werden – idealerweise bereits von außen durch Jalousien, Markisen oder Sonnenschirme.
Gelüftet werden sollte vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden, wenn die Außentemperaturen niedriger sind als die Raumtemperatur. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Fenster gleichzeitig zu öffnen, um einen ausreichenden Luftaustausch zu ermöglichen.
Tagesablauf anpassen und Belastungen vermeiden
Körperlich anstrengende Tätigkeiten sowie Sport sollten während der Hitzeperiode möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Wer sich im Freien aufhält, sollte nach Möglichkeit schattige Plätze, Parks und Grünflächen aufsuchen und direkte Sonneneinstrahlung meiden.
Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko hitzebedingter Beschwerden deutlich reduzieren. Die Stadt Lindau appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger, auf sich selbst und besonders auf ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen im persönlichen Umfeld zu achten.
