Städtebaulicher Wettbewerb für den neuen Berliner Platz startet
Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung sollen einfließen und eine wichtige Grundlage bilden
Der nächste Meilenstein für die Neugestaltung des Berliner Platzes ist erreicht: Der Stadtrat der Stadt Lindau hat den Startschuss für den Wettbewerb zur Neugestaltung des Berliner Platzes gegeben. In seiner jüngsten Sitzung am Montag, 22. Juni, beschloss das Gremium die Auslobung eines freiraum-, verkehrsplanerischen und hochbaulichen Realisierungswettbewerbs mit städtebaulichem Ideenteil für den „Neuen Berliner Platz“. Mit 27 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme wurde damit der nächste wichtige Schritt für eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Lindau beschlossen.
Insgesamt 15 Planungsbüros gehen ins Rennen
Der Teilnahmewettbewerb für den städtebaulichen Wettbewerb ist inzwischen abgeschlossen. Dieser hat die 15 teilnehmenden Planungsteams ermittelt. Sie werden nun auf Grundlage der Auslobung ihre Entwürfe für die Zukunft des Berliner Platzes entwickeln. Die Teams mussten sich aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung, Architektur und Stadtplanung zusammensetzen. Die Organisation und fachliche Begleitung hat das Büro Pesch & Partner aus Stuttgart übernommen.
Ein zentraler Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe sind dabei die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung, die im vergangenen Jahr stattgefunden hat. Im Vorfeld des Wettbewerbs waren Bürgerinnen und Bürger eingeladen, unter dem Motto „Lindau, bitte ärgere dich – Was dich ärgert, macht unsere Planung besser“ ihre Erfahrungen, ihre „pain points“ – zu Deutsch: ihre Kritik – und Problempunkte - sowie ihre Ideen einzubringen. Die große Resonanz zeigt, wie wichtig den Menschen die Zukunft des Berliner Platzes ist.
Die „pain points“ der Lindauerinnen und Lindauer sind Beurteilungskriterien des Wettbewerbs
Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sind fester Bestandteil der Auslobungsunterlagen und damit Arbeitsgrundlage für alle teilnehmenden Planungsteams. Zudem gehört die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung ausdrücklich zu den Beurteilungskriterien des Wettbewerbs. Die eingereichten Entwürfe werden also auch daran gemessen, wie überzeugend sie die Anliegen und Bedürfnisse der Lindauerinnen und Lindauer aufgreifen.
Öffentlichkeitsbeteiligung – deshalb profitieren Bürger und Stadt gleichermaßen
Die Beteiligung hat ein klares Bild ergeben: Besonders häufig wurden das Verkehrschaos, die unübersichtliche Verkehrsführung, Defizite für den Rad- und Fußverkehr sowie die geringe Aufenthaltsqualität des Berliner Platzes genannt. Gleichzeitig wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger mehr Grün und Schatten, sichere und komfortable Wege für den Fuß- und Radverkehr, eine Neuordnung des Verkehrs, die Umstellung auf eine Ampelregelung und damit auf eine Kreuzung, statt wie bisher einen Kreisverkehr, sowie einen attraktiven Bahnhofsbereich mit hoher Aufenthaltsqualität.
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung liefern wertvolle Hinweise für die zukünftige Entwicklung des Berliner Platzes. Sie machen deutlich, wo die größten Herausforderungen liegen und welche Erwartungen die Menschen an diesen Ort haben. Dass diese Erkenntnisse nun in den Wettbewerb einfließen, zeigt: Beteiligung lohnt sich. Die Anregungen der Lindauerinnen und Lindauer unterstützen die Stadt dabei, tragfähige und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Das sind die Hintergründe
Die Neugestaltung des Berliner Platzes ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung von Reutin Mitte. Schon heute stößt der Platz als Verkehrsknotenpunkt an seine Grenzen.
Durch die Verlagerung des Bahnhofs Reutin, den Bau des Vier-Linden-Quartiers und den Umbau des Lindauparks ist eine grundlegende Umstrukturierung des Berliner Platzes unumgänglich geworden. Dadurch bietet sich die Chance, diesen Kontenpunkt zu einem attraktiven öffentlichen Raum und lebendigen Mittelpunkt des Stadtteils weiterzuentwickeln.
Der Wettbewerb soll Ideen hervorbringen, die moderne und klimafreundliche Mobilität mit einer hohen Aufenthaltsqualität verbinden. Während der Berliner Platz heute vor allem vom Verkehr geprägt ist, sollen künftig die Menschen stärker im Mittelpunkt stehen, die diesen täglich nutzen.
Der Wettbewerb besteht aus einem Ideen- und einem Realisierungsteil. In ersterem geht es um Ideen, die umgesetzt werden können und sollen, insbesondere für Flächen in privatem Eigentum. Die Realisierungsteile umfassen unter anderem die neue Mobilitätsdrehscheibe, die Verkehrsflächen der Bregenzer, Kemptener und Rickenbacher Straße sowie die neuen Freiflächen, die durch den Umbau des bestehenden Turbokreisels entstehen sollen. Für diese Teile vergibt die Stadt ein Auftragsversprechen an den Siegerentwurf und schließt damit Verträge mit den Büros des Siegerteams zum Umsetzen der Planungen.
So sieht der zeitliche Fahrplan aus
Mit dem Start des Wettbewerbs beginnt nun eine Phase, die für die Öffentlichkeit weitestgehend ruhig verläuft. Deshalb wird sie auch als „stille Wettbewerbsphase“ bezeichnet. In den kommenden Monaten arbeiten die Teams an ihren Entwürfen. Die erste Wettbewerbsphase wird im November abgeschlossen. In der anschließenden zweiten Phase reduziert sich die Zahl der Teams. Der Siegerentwurf wird im April 2027 feststehen. Anschließend werden alle Wettbewerbsbeiträge sowie der Siegerentwurf in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert und können besichtigt werden.
