Jugendliche gestalten Wiese am Yachthafen neu
Projekt aus der Jugendwerft eingeweiht
Hier dreht sich ein Volleyball im Kreis, dort fliegen Federbälle durch die Luft. An den Kletterstangen hängen Jugendliche, und auf den bunten Sitzelementen dösen ein paar andere in der Sonne. Dutzende Jugendliche toben sich auf der frisch eingeweihten „Jugendwiese“ am Yachthafen aus. Es ist das Bild, das sich die Initiatoren des Projekts von Anfang an gewünscht haben: eine Wiese, die aktiv genutzt wird.
Dabei war es lange anders. „Früher war das hier eher eine Hunde-Kot-Wiese", sagt Lena offen. Die 13-Jährige ist Schülerin an der Maria-Ward-Realschule und eine der rund 18 Jugendlichen, die das Projekt von der ersten Idee bis zur Einweihung mitgestaltet haben. Heute, am 23. Juli, steht sie vor Mitschülerinnen, Lehrerinnen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, der GTL und des Lindauer Segler Clubs. Sie erklärt, was in den vergangenen Monaten passiert ist.
Zu Beginn stand die Frage: Wie können wir diese Wiese wieder aktiver bespielen? Die Idee keimte im März 2024, damals noch als loser Gedanke. Nach einem Mini-Workshop folgte im März 2025 die weitere Planung im städtischen Beteiligungsformat „Jugendwerft“.
„Wir wollten eine Wiese gestalten für gute Aktionen und Bewegung", berichtet Lena. „Die Wiese hier bot sich an, aber sie war eben oft verschmutzt. Das wollten wir ändern." Auf der Bürgerversammlung 2025 erhielten die Jugendlichen von Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons einen Scheck über 5.000 Euro aus dem städtischen Jugendbudget. Geld, das die jungen Lindauerinnen und Lindauer selbst beantragen und verwalten durften.
Heute steht auf der Wiese eine Kraftstation mit Calisthenics-Geräten, Fahrradständer, zwei Fußballtore, ein Multinetz für Badminton, Tennis und Volleyball sowie neue Sitzelemente, deren Rückenlehnen kein gewöhnliches Design zieren.
„Der Höhepunkt für uns war der Graffiti-Workshop", erzählt Lena. Er fand im Jugendzentrum Fresh in Zech statt und war Grundlage für die Gestaltung der Rückenlehnen der neuen Bänke. Sie sind von den Schülerinnen und Schülern selbst mit farbenfrohen Graffiti-Motiven besprüht.
Norman Dietrich von der GTL, der das Projekt begleitete, lässt seinen Blick über die Wiese schweifen und sagt: „Ich bin stolz auf die Kinder, die fleißig an den Bänken mitgeschliffen haben und großes Interesse an der Betriebsbesichtigung bei uns gezeigt haben." Auch schattiger soll es noch werden: Im Herbst 2026 werden weitere Sitzgelegenheiten in schattiger Lage ergänzt. Und Bäume? Die kommen ebenfalls. Jetzt im Hochsommer ist es zu heiß. Sie sollen gepflanzt werden, wenn es kühler und feuchter wird.
Mehr als eine neue Wiese
Wer die Wiese nur als neue Spielfläche sieht, greift zu kurz. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons entkräftet vor Ort einige Vorwürfe, die in den sozialen Medien kursierten, etwa dass die Fläche stärker versiegelt worden sei. Das Gegenteil ist der Fall: Es wurde versickerungsfähiges Betonsteinpflaster verlegt, die Grünfläche rund um den Blauglockenbaum sogar vergrößert. Zum ersten Mal ist der gesamte Bereich zudem barrierefrei durchquerbar.
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons richtet klare Worte an die Jugendlichen: „Liebe Kinder, passt gut auf die Wiese und die Spielgeräte auf. Danke für euer Engagement und eure Beteiligung!" Sie freut sich, dass junge Menschen sich für ihr Lindau einsetzen, sich beteiligen und dabei auch gehört und ernst genommen werden. Den schönsten Moment liefern die Anwesenden selbst: Gemeinsam mit der Schulleiterin der Maria-Ward-Realschule Kerstin Schwart stimmen sie ein Lied an. Eine herzliche Geste, die den Platz endgültig einweiht.
