Probelauf: Stadt testete Fußgängerampel am Berliner Platz
Stadt Lindau führte am 23. Juli einen Verkehrsversuch durch
Die Stadt Lindau testete eine temporäre Fußgänger-Ampel am Fußgängerüberweg Bregenzer Straße/Berliner Platz zwischen Bahnhof Reutin und Apotheke. Der Versuch soll zeigen, ob eine Ampel die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger erhöht und wie sie sich auf den Verkehrsfluss im Kreisverkehr auswirkt.
Es war ein ungewöhnlicher Anblick am Donnerstag, 23. Juli: Eine Fußgängerbedarfsampel stand vor dem Zebrastreifen am Berliner Platz. Wurde sie rot, regelten Polizisten den Fußgängerverkehr über den Fußgängerüberweg. Der Versuch fand von 7 bis 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr statt. Die Zeiträume wurden bewusst gewählt, da dann besonders viel Kfz-Verkehr und Fußgängeraufkommen zu erwarten ist.
Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt
Im Fokus stehen zwei zentrale Fragen: Führt eine Ampelschaltung zu Rückstaus auf der Bregenzer Straße in Richtung Kreisverkehr und stadteinwärts, oder kann sie den Verkehrsfluss sogar verbessern? Und: Lässt sich durch eine Fußgängerampel die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger an dieser Stelle deutlich erhöhen?
Der Stadtrat hatte bereits im Juli 2024 beschlossen, eine Fußgängerampel für eine Testphase am bestehenden Fußgängerüberweg Bregenzer Straße/Berliner Platz zu beschaffen. Das Staatliche Bauamt Kempten lehnte die Maßnahme jedoch im Oktober 2024 ab, unter anderem wegen zu erwartender Rückstaus in den Berliner Platz und fehlender Leistungssteigerung des Knotens.
Bürger wünschen sich eine sicherere Lösung
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Berliner Platzes im Herbst 2025 wurde das Thema erneut aufgegriffen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger äußerten Sicherheitsbedenken beim Queren der Straße, Autofahrende berichteten von Stausituationen. Die Steuerungsgruppe Berliner Platz empfahl daraufhin, die Frage durch einen Testlauf zu klären, bevor in eine dauerhafte Lösung investiert wird. Auch der Hauptausschuss befürwortete die Durchführung des Verkehrsversuchs.
Die Vorbereitung des Versuchs erforderte die Abstimmung mit mehreren Stellen. Neben der Straßenverkehrsbehörde, dem städtischen Mobilitätsbeauftragten, der Polizeiinspektion Lindau und den Garten- und Tiefbaubetrieben (GTL) waren auch das Staatliche Bauamt Kempten, die Feuerwehr und der Stadtbus eingebunden. Auch vor Ort wurde der Versuch eng von Mitarbeitenden der Straßenverkehrsbehörde, dem Mobilitätsbeauftragten, der Polizeiinspektion Lindau und der GTL begleitet. Die Polizei übernahm dabei zusätzlich die Verkehrsregelung. Hätte es Sicherheitsbedenken gegeben. Wäre der Versuch bei Sicherheitsbedenken abgebrochen worden.
„Ich danke der Straßenverkehrsbehörde, der GTL, der Polizeiinspektion Lindau und dem Staatlichen Bauamt Kempten herzlich für ihre Bereitschaft, diesen Versuch gemeinsam möglich zu machen. Dass so viele Stellen zu einer unbürokratischen Lösung bereit sind, ist wirklich ein starkes Zeichen. Und es ist wichtig, dass wir als Stadt die Dinge, welche die Lindauerinnen und Lindauer bewegen, auch einfach selbst einmal austesten können und dürfen“, sagt Lindaus Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.
Und die Ergebnisse? Die Straßenverkehrsbehörde hat den gesamten Versuch protokolliert. Nun werden die Ergebnisse ausgewertet und dann in einer Hauptausschuss- oder Stadtratssitzung öffentlich vorgestellt. Eventuell wird es auch noch einen weiteren Testtag geben. Letztlich sollen die Erfahrungen Grundlage für eine fundierte Entscheidung über eine dauerhafte Fußgängerampel an diesem Überweg bilden.
