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20.10.2026

Lindauer Mobilitätsprojekt gewinnt im Bundeswettbewerb

Stadt Lindau wird für die Fuß- und Radverkehrserschließung Bahnhof Reutin ausgezeichnet

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zum Bahnhof, bequem in den Zug umsteigen und abends wieder gut nach Hause kommen: Mit dem Projekt „Umgestaltung Bregenzer Straße – Fuß- und Radverkehrserschließung Bahnhof Reutin, Lindau (Bodensee)“ hat Lindau die Wege zum und vom Bahnhof deutlich verbessert. Dafür wurde die Stadt am Mittwoch, 14. Oktober, im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ ausgezeichnet.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigen mit dem Wettbewerb insgesamt 20 Projekte. Sie zeigen, wie sich Bahnhöfe in ländlichen Räumen besser mit Bussen, On-Demand-Angeboten, Fuß- und Radverkehr sowie weiteren Mobilitätsangeboten verknüpfen lassen. Ziel sind verlässliche Reiseketten, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.

Durchgängige Verbindung zwischen Bahnhof Reutin und Insel

Anlass für das Projekt war die Inbetriebnahme des Fernbahnhofs Reutin: Mit dem wachsenden Stellenwert des Bahnhofs als zentralem Fernverkehrshalt in Lindau wurde es notwendig, eine sichere und direkte Anbindung an das Stadtgebiet und die Insel zu schaffen. Zuvor war die Bahnüberführung an der Bregenzer Straße ausschließlich für den Kfz-Verkehr ausgelegt und bot für den Fuß- und Radverkehr nur eingeschränkte Sicherheit.

Im Mittelpunkt des Lindauer Projekts steht deshalb die schrittweise Verbesserung der Anschlussmobilität zwischen dem Bahnhof Reutin und der Insel. Die Umsetzung erfolgte in drei aufeinander abgestimmten Bauabschnitten:

  • Beseitigung des Bahnübergangs durch eine Unterführung (2018–2021)
  • getrennte Führung von Fuß- und Radverkehr als Lückenschluss zum Bahnhof entlang der Bregenzer Straße gegenüber dem Landratsamt (2022–2023)
  • Ausbau der Fahrradstraße vor der Stadtverwaltung als westlicher Anschluss zur Insel (Abschluss 2024)

Die ehemalige Kfz-Bahnüberführung wurde für den Autoverkehr gesperrt und zu einer sicheren Unterführung für Fuß- und Radverkehr umgebaut. Ergänzend entstanden witterungsgeschützte Fahrradabstellanlagen, abschließbare Fahrradboxen sowie zusätzliche Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Stellplätze. Auch die Buslinienführung wurde angepasst.

„Für uns als Stadt war es wichtig, eine gute und sichere Verbindung zwischen den Bahnhöfen Lindau-Reutin und Lindau-Insel zu schaffen und gleichzeitig die Erreichbarkeit sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad schrittweise zu verbessern“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.

„Die Fahrradstraße entlang der Bregenzer Straße wird täglich von mehr als 3000 Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Hinzu kommen zahlreiche Fußgängerinnen und Fußgänger, die von dem sicheren Anschluss an den Bahnhof Lindau-Reutin profitieren“, ergänzt Jaime Valdés Valverde, Mobilitätsmanager der Stadt Lindau.

Eines von 20 ausgezeichneten Projekten

Das Lindauer Projekt gehört zu den 20 Gewinnerprojekten des bundesweiten Wettbewerbs „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“. Die Stadt Lindau erhält ein Preisgeld von 5000 Euro.

Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Wer auf dem Land lebt, darf ohne eigenes Auto nicht abgehängt sein. Gute Mobilität bedeutet Teilhabe – und sie macht Gemeinden zu attraktiveren Orten zum Leben und Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, was vor Ort möglich ist, wenn Kommunen und Verkehrsunternehmen gemeinsam anpacken. Davon brauchen wir mehr.“

Dem stimmt auch Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR, zu: „Ein guter Bahnanschluss hilft wenig, wenn man die letzten Kilometer nicht weiterkommt. Die ausgezeichneten Projekte setzen genau dort an: Sie stimmen Busse auf Züge ab, bringen Menschen aus den Ortsteilen zum Bahnhof und sorgen für sichere und kurze Wege beim Umsteigen. Das sind Lösungen, die den Alltag konkret erleichtern. Und viele davon lassen sich auch andernorts umsetzen. Genau deshalb machen wir sie mit diesem Wettbewerb sichtbar.“

Alle ausgezeichneten Projekte werden auf Mobilikon, dem Online-Nachschlagewerk des BBSR für kommunale Mobilität, vorgestellt. Es bündelt Praxisbeispiele und Informationen zu Mobilitätslösungen und unterstützt Kommunen dabei, passende Ansätze für die Situation vor Ort zu finden.

Hintergrund: Bundesprogramm Region gestalten

Der Wettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ wurde im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten durchgeführt. Mit dem Programm unterstützt das BMWSB Projekte mit besonderem Fokus auf ländliche Räume. Ziel ist es, neue Ansätze für die räumliche Entwicklung zu erproben und Erkenntnisse für andere Regionen nutzbar zu machen.

Das BBSR begleitet die Projekte wissenschaftlich, bereitet Erfahrungen für die kommunale Praxis auf und macht übertragbare Lösungsansätze zugänglich. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den 20 ausgezeichneten Projekten gibt es auf https://www.mobilikon.de/.

20.10.2026 

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